Samstag, 15. August 2015

Naturpark Rhön




Gestern haben wir einen traumhaft schönen Tag auf der Wasserkuppe verbracht, Hessens größtem Berg mit einer Höhe von 950 Metern über dem Meeresspiegel.

Geschichtliche Bedeutung hat die Wasserkuppe, weil dort der Segelflug erfunden wurde. Für den Luftsport bietet sie ideale Voraussetzungen. Dort gibt es auch ein Segelflugmuseum.  Immer wieder sieht man Segelflieger oder auch Modellflugzeuge durch die Lüfte ziehen. 






Während des Kalten Krieges hatte die Wasserkuppe eine wichtige strategische Bedeutung, nicht weit von der ehemaligen Zonengrenze gelegen. Wenn ich als Kind mit meinen Eltern in der Rhön war, sind wir immer mal wieder in diese Bereiche gekommen. Der riesige Zaun, die Warnschilder mit Hinweis auf Schusswaffengebrauch, das war für mich als Kind irgendwie immer spannend, bedrückend und beängstigend zugleich. Wirklich fassen konnte ich es aber nicht, was dieser riesige Zaun mit Dornenkrone für einen wirklichen Sinn hatte...

Mein Sohn kennt die Mauer nicht mehr - und er hat diesbezüglich auch keine Mauer im Kopf. 
Die nächsten Generationen werden mit einer Multikulti-Generation aufwachsen und vielleicht wird es dann diese Flüchtlingsdiskussionen auch nicht mehr geben. Ich bin immer wieder entsetzt, wie sich Menschen, die das Glück hatten, auf einem guten Fleckchen Erde geboren zu werden (und dafür nichts getan haben) sich über Menschen stellen, die dieses Glück nicht hatten und grausame Dinge erleben mussten, die wir uns wahrscheinlich nicht mal im Ansatz vorstellen können. 

Auch die Wasserkuppe mahnt zur Andacht. Ein Wahrzeichen ist das Fliegerdenkmal, das am Westhang zu finden ist. Es besteht aus Basaltsteinen und wurde 1923 zum Andenken an die gefallenen Feldpiloten des ersten Weltkrieges erbaut. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf die Rhön. Mein erstes Foto dieses Posts zeigt im Fokus einen der Basaltsteine und die schöne Mittelgebirgslandschaft im Hintergrund. 






Der Weg zum Fliegerdenkmal. Links könnt ihr es sehen am Bildrand - auf Höhe der Tannenspitzen
Am Morgen war der Himmel noch etwas bedeckt. Aber der Blick reichte schon recht weit.





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Kaum vorstellbar, zur Einweihung dieses Denkmals kamen damals fast 30.000 Menschen aus der gesamten Bundesrepublik - trotz unwegigem Gelände und fehlender Kommunikationsmöglichkeiten wie Facebook kamen sie, an einem ganz normalen Donnerstag. Ich finde diesen Ort einfach beeindruckend.

Zurück zur Natur: Die zur Zeit in der Rhön dominierende Blütenfarbe ist ein lilapink. Ein bisschen wie in der Heide. Ich hing den Männers auf unserem Weg immer hinterher - da ich möglichst viele Eindrücke dieser Landschaft mit meiner Kamera einfangen und mit nach Hause nehmen wollte.






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Zum Mittag kam die Sonne raus und es wurde richtig schön.
Die Jungs sind die Sommerrodelbahn hoch und runter gedüst und unser Hund hat sich von den vielen Eindrücken (war ihr zweiter größerer Ausflug) etwas erholt und ausgeruht.







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Zum Abschluss haben wir dann noch mal Halt gemacht und sind in den  Guckaisee gehupft.
Herrlich!





Ein rundum gelungener Tag.
Es ist eigentlich gar nicht so weit weg von uns. 
Wir fahren nicht mal eine Stunde.
Gestern haben wir entschieden, dort viel öfter hinzufahren.

Jetzt genieße ich meinen Morgenkaffee und ein Bauernbrot mit leckerer Hagebuttenmarmelade, die ich aus dem Bauernladen auf der Wasserkuppe mitgebracht habe.
Heute macht der Sommer eine Pause. Das ist auch gut so, denn so kann ich mal im Haushalt etwas aufholen, was die letzen megaheißen Tage so liegenblieb...

Wünsche Euch ein schönes Wochenende
LG
Bettina